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Populäre Sachbücher, Philosophie und Wissenschaft "für jedermann"

Mittwoch, 24. Februar 2016

Lob für "Feedback" von höchster Stelle

Der Physiker und Philosoph Gerhard Vollmer, der insbesondere durch seine Arbeiten zur Evolutionären Erkenntnistheorie international bekannt wurde, schreibt mir:


Sehr geehrter Herr Beetz,
herzlichen Dank für Ihr "Feedback" und für Ihren Gruß aus dem Netz. Ich bin sogar geneigt, Ihnen dafür zu danken, dass Sie dieses vielseitige Thema aufgegriffen haben.
Mir ist klar, dass Sie sich vorgenommen haben, allgemeinverständlich zu bleiben. Andererseits bedaure ich, dass Sie aus diesem Grunde auf eine mathematische Beschreibung von Rückkopplungsprozessen verzichtet haben. Das geht natürlich nur über Differentialgleichungen, die nicht jedem Leser zumutbar sind.
[… einige kleine Kritikpunkte] Verbietet man die Selbstreferenz, so treten zwar viele Antinomien und Paradoxien nicht mehr auf; aber die Selbstreferenz kann auch sehr nützlich sein, und die Mathematiker werden sich hüten, sie rundweg zu verbieten. Das hieße ein ganzes Bein zu amputieren, nur weil der große Zeh krank ist.
Ich erwarte nicht, dass Sie sich für diese Feinheiten interessieren. Vielmehr wollte ich deutlich machen, dass ich bereits aufmerksam in Ihrem schönen Buch gelesen habe. Das ist es auch wert!


(zur Veröffentlichung freigegebene private Mitteilung) Prof. Dr. Dr. Gerhard Vollmer
Physiker und Philosoph
Professor für Philosophie an der TU Braunschweig.
Wissenschaftlicher Beirat der Humanistischen Akademie Bayern,
der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina Halle, der Giordano Bruno Stiftung
und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.
Mitherausgeber der Zeitschrift Aufklärung und Kritik. 
Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP  





Freitag, 19. Februar 2016

Rezension zu „Feedback“ verbreitet sich



„Wissen bloggt“ ist ein angesehenes Online-Magazin. Es veröffentlichte die Rezensionvon Dr. Gerfried Pongratz, Lektor und Unternehmensberater in Österreich, ebenfalls. HIER kann man sie lesen.



 

Montag, 15. Februar 2016

"Feedback" in der Giordano-Bruno-Stiftung

Die Giordano-Bruno-Stiftung (auch auf Facebook) hat "Feedback" in ihrem Newsletter empfohlen:


Als Text:

Jürgen Beetz: Feedback. Wie Rückkopplung unser Leben bestimmt und Natur, Technik, Gesellschaft und Wissenschaft bestimmt. Springer Spektrum 2016.
„Das Sein bestimmt das Bewusstsein bestimmt das Sein“ – „Die Wirtschaft lahmt, weil das Vertrauen schwindet, weil die Wirtschaft lahmt“. Zirkuläre Sätze wie diese findet man häufig im aktuellen Werk von Jürgen Beetz – und zwar aus gutem Grund, denn Beetz zeigt auf, wie komplexe Systeme funktionieren, in denen Ursachen Wirkungen erzeugen, die auf sie selbst zurückwirken. Ein brillant geschriebenes, mit einer guten Prise Humor gewürztes Buch, das an vielen anschaulichen Beispielen demonstriert, warum wir notwendigerweise scheitern werden, wenn wir versuchen, komplexe Systeme mit einer linearen (reduktionistischen) Logik zu erfassen oder gar zu manipulieren.
Auf hpd.de ist zum Buch ein aufschlussreiches Interview mit dem Autor erschienen. (Link)


Dienstag, 9. Februar 2016

Eine ausführliche Rezension für „Feedback“



Dr. Gerfried Pongratz, Lektor und Unternehmensberater in Österreich, hat eine ausführliche Rezension für „Feedback“ geschrieben: 


Hier im Klartext:

Ein Opus magnum zu einem Thema, das, als eines der mächtigsten Wirkprinzipien der Welt, in seinen vielen Facetten eine nahezu unüberschaubar komplexe Fülle von Einflüssen und Auswirkungen auf die belebte und unbelebte Natur, notabene auch auf Menschen und menschliches Verhalten besitzt. Populärwissenschaftliche Bücher müssen den "Spagat" bewältigen, interessierten Laien wie auch vorinformierten Lesern interessanten Stoff zu bieten, ohne die einen zu überfordern und die anderen zu langweilen; dem Mathematiker und Wissenschaftsautor Jürgen Beetz gelingt dies, indem er in anschaulicher – oftmals mit feinem Humor gewürzter – Erzählweise anhand vieler Beispiele und zahlreicher Zitate das nötige Grundwissen vermittelt und gleichzeitig sehr umfassend die damit verbundenen naturwissenschaftlichen, philosophischen und gesellschaftlich relevanten Erkenntnisse erläutert.

Das 378 Seiten umfassende Buch gliedert sich in 11 Haupt- und zahlreiche Unterkapitel, die – beginnend bei Situationen des Alltags – in das Thema Rückkopplung als „Ursprung von allem“ sowie Rückkopplung als Grundelement sämtlicher evolutionärer Prozesse einführen und weiterführend die Verschränkungen und Wechselbeziehungen mit den Prinzipien der Selbstbezüglichkeit (zyklische Prozesse), der Selbstorganisation und Emergenz (das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile) sowie von Ursache-Wirkung-Systemen tiefgründig beschreiben. Neben Rückkopplung in der Technik widmen sich ausführliche Kapitel der Rückkopplung in der Natur (besonders in der Evolution), im Sozialleben, in Psychologie, Politik und Geschichte wie auch in der Wirtschaft. Rückkopplung „im Größten und im Kleinsten“ – vom Universum bis zu Elementarteilchen und Quanteneffekten – wie auch die (Zitat: „wagemutige“) Vermutung „Feedback ist der Ursprung von allem und führt zu einer endlosen Kette der Entwicklung“ beschließen die Ausführungen zu einem in seiner Bedeutung nicht überschätzbaren Prinzip: Rückkopplung bei der Entstehung der Welt (des Universums) bis zu deren voraussichtlichem Ende, Rückkopplung in allen Bereichen des Lebens bis in unzählige feinste Verästelungen, Rückkopplung in nahezu unüberschaubaren Wechselwirkungen und mit oftmals nicht vorhersehbaren Folgen.

Da die übergroße Themenvielfalt des Buches mit den dazugehörenden Beispielen, Erläuterungen und aufgeworfenen Fragen eine umfassende Darstellung an dieser Stelle nicht einmal annäherungsweise ermöglicht, nachstehend nur einige dem Rezensenten wesentlich erscheinende Kernaussagen:
·       Rückkopplungen kommen überall in technischen, biologischen, geologischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Systemen vor, die Prinzipien der Kybernetik gelten in allen Lebens- und sonstigen Bereichen im gesamten Universum. Die Welt ist nicht linear-kausal, sondern besteht aus einem komplexen Netzwerk von rückgekoppelten Wirkungen und Rückwirkungen.
·       Je nach Art und Richtung der zurückgeführten Größe kommt es zur Selbstverstärkung der durch das System bedingten Prozesse (positive Rückkopplung; aufschaukelnd, kann zu „Teufelskreisen“ führen) oder zu deren Abschwächung, bzw. Selbstbegrenzung (negative Rückkopplung; dämpfend, stabilisierend).
·       Selbstbezüglichkeit ist der Kern der Rückkopplung, zyklische Sprüche sind deren sprachlicher Ausdruck; Beispiele: „Die Lebewesen verändern die Umwelt verändert die Lebewesen“; „die Wirklichkeit formt das Modell formt die Wirklichkeit“; „die Ursache erzeugt die Wirkung erzeugt die Ursache“. Selbstbezüglichkeiten können allerdings auch Paradoxien – alle Kreter lügen, sagt der Kreter Epimenides – erzeugen.
·       Einfache Regeln erzeugen bei Rückkopplung komplexe und oftmals nicht mehr vorhersagbare Systeme. Aus einfachen Systemen kann mit Rückkopplung sowohl Ordnung, wie auch Chaos entstehen.
·       Lineare, monokausale Systeme sind selten, es überwiegen komplexe, vernetzte, dynamische, rückgekoppelte Systeme, meist in Regelkreisen (Wirkung beeinflusst die Ursache); die Frage, wer oder was zuerst da war, ist bei Regelkreisen sinnlos.
·       Evolution (physikalisch, chemisch, biologisch, kulturell) als mächtigstes Prinzip der Welt enthält – neben Vererbung, Mutation, Selektion – als gleich wichtigstes Wirkelement Rückkopplung; diese befähigt Lebewesen u.a. zur Selbstorganisation und Regelung ihrer Prozesse.
·       Leben ist durch 3 Eigenschaften gekennzeichnet (differenzierte Systeme – Stoffwechsel, Selbstproduktivität und Mutabilität – Veränderbarkeit), die im Zusammenspiel mit Rückkopplung Emergenz erzeugen, wobei Letztere als Entstehung neuer Systeme aus vorhandenen Komponenten (Materie, Energie, Naturgesetze) definiert wird („mehr ist anders“).
·       Die Dynamik komplexer rückgekoppelter Systeme wird oft nicht verstanden, bzw. kann nur schwer oder gar nicht durchschaut werden; dies führt u.a. in Sozial- und Wirtschaftssystemen zu Aufschaukelungen und Verwerfungen. Vermeintlich einfache Lösungen komplexer, vernetzter Probleme sind meist falsch, und Eingriffe in diese Systeme erweisen sich überwiegend als gefährlich.
·       Intelligenz entsteht durch Rückkopplung von Denken und Wirklichkeit, Lernen ist ein perfekter Rückkopplungseffekt mit einem Regelkreis aus Erwartung und Erfahrung, auch Spracherwerb beruht auf Rückkopplungsprozessen. Das gesamte menschliche Weltbild entsteht durch Rückkopplung plus selektiver Wahrnehmung (Mustererkennung: richtig oder vermeintlich richtig); „Erkenntnis“ hat sich evolutionär in Rückkopplungsschleifen entwickelt.
·       Rückkopplung ist das Grundprinzip des sozialen Zusammenlebens wie auch des individuellen Verhaltens; die „Theory of Mind“ („Theorie des Geistes“, die Fähigkeit von Lebewesen, Vorstellungen von den Gedanken von anderen zu entwickeln) besteht aus einer Vielzahl von Rückkopplungsschleifen. Korrigierende – negative – Rückkopplungen fördern Erkenntnisse, positive verstärken (u.U. auch realitätsferne) Meinungen.
·       Rückkopplungsprozesse spielen auch in der Psychologie und im Sozialleben eine sehr wichtige Rolle. Der Mensch kommt ohne plausible Kausalitätszusammenhänge nicht aus; dies kann dazu führen, dass durch Rückkopplungen aus eklatanten Widersprüchen stimmige Geschichten gesponnen werden.
·       In den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen unserer Welt existieren Rückkopplungsprozesse ohne Ende, kein einziges geschichtliches Ereignis verläuft oder verlief linear und hat nur eine Ursache und eine Wirkung, man hat es immer mit komplexen, vernetzten Strukturen und vielfältigen Rückkopplungskreisen zu tun. Wesentlich dabei ist, zwischen positiver und negativer Rückkopplung zu unterscheiden.
·       Die Welt ist in Hierarchien geschichtet, zwischen deren Ebenen Wechselwirkungen bestehen, Hierarchien wachsen durch Differenzierungen zu komplexen Systemen, die deterministisch bestimmt sind und trotzdem chaotisches Verhalten zeigen können.

Im Hinblick auf (aktuelle) Probleme und Nöte der Menschheit besteht nach Ansicht des Autors eines der Hauptprobleme darin, dass wir Menschen auf komplexe Systeme Erfahrungen anwenden, die wir mit einfachen Systemen gesammelt haben – was meist schiefgeht: „Der Mensch ist die einzige Art, die aktiv zu ihrer eigenen Vernichtung beiträgt….. Wir stehen – erstmalig in der menschlichen Geschichte – an einem globalen Wendepunkt, einem Kipp-Punkt, der über die Zukunft unserer Art entscheidet. Ewiges Wachstum ist unmöglich, ebenso wie die Beherrschung immer komplexerer Systeme…. Diese theoretischen Erkenntnisse zeigen heute ihre praktischen Konsequenzen: instabile Prozesse. Die Sensibilität dafür zu erhöhen war Ziel dieses Buches“ (S. 358).

Ein Buch, das – mit persönlicher Note des Autors – weite Horizonte eröffnet und in seiner Themenverschränkung mit vielen Wissensgebieten wie auch mit aktuellen sozialen, gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Erscheinungen tiefe Einsichten – nicht nur zum Thema „Feedback“ – vermittelt. Manche Ausführungen und die Vielzahl der Beispiele mögen eiligen Lesern vielleicht etwas zu lang oder zu üppig geraten sein, die Teilzusammenfassungen am Ende jedes Kapitels sowie eine Gesamtzusammenfassung und eine Box mit den wichtigsten Aussagen und Thesen zum Thema „Feedback“ am Ende des Buches kompensieren z.T. eventuell vorher übersprungene Einzeldarstellungen. Eine uneingeschränkt empfehlenswerte – geistig fordernde – Lektüre für alle, die zu den Fragen „warum die Welt so ist wie sie ist und wie wir darauf reagieren können“ mehr wissen möchten!

Für die Fairness des Autors spricht, dass er neben der Darstellung des Themas aus naturalistischer Weltsicht auch einen Theologen [„…am Anfang stand göttlicher Geist…“] zu Wort kommen lässt (S. 350).
 

 

Donnerstag, 4. Februar 2016

Die nächste 5-*-Rezension für "Feedback"


Hier der vollständige Text: 

Dies ist meine erste Rezension, weil ich von dem Buch und seinem Thema (Feedback = Rückkopplung) auf Anhieb so begeistert war. Es lag als Überraschung unterm Weihnachtsbaum, weil ich mich für das Thema Regelungstechnik interessiere. Es öffnet eine völlig neue Sicht auf Fragen, die bisher unlösbar erschienen (z. B. das Henne-Ei-Problem: wer zuerst da war).
Der Mathematiker und Physiker Jürgen Beetz blickt nicht nur über den Tellerrand in ein anderes Fach, er wagt den großen Rundschlag. Rückkopplung in Soziologie und Psychologie, Technik und Natur, Politik und Geschichte, in der Wirtschaft und der Evolution und (wenn schon, denn schon!) im gesamten Universum. Beetz argumentiert im Gefolge vieler Wissenschaftler, dass das Leben und der gesamte Kosmos durch Selbstorganisation mit Rückkopplungsprozessen entstanden sei. Selbstverstärkende Prozesse haben sich aus einer (oft zufälligen) Art Keimzelle sozusagen „hochgeschaukelt“ – durch das, was man „positive Rückkopplung“ nennt, bis die „negative Rückkopplung“ das Ganze dann stabilisiert hat. Da werden manche Theisten heftig widersprechen. Ich bin ja misstrauisch gegen Leute, die mir die ganze Welt mit einem einzigen Prinzip erklären wollen. Aber ich habe bei Beetz keine Argumentationsfehler entdeckt.
Eine Kneipp-Kur des Geistes: Mal einfache Geschichten, mal etwas schwierigere Erläuterungen. Ein Wechsel zwischen Spannung und Entspannung beim Lesen, zwischen scharfem Denken und freier Assoziation von eigenen Erlebnissen. Hier regiert offensichtlich der KISS-Approach (Keep it simple, stupid!). Begriffe und ungebräuchliche Fremdwörter werden erklärt, oft mit ihrem Wortstamm. „System“ bedeutet z.B. „zusammengesetztes Ganzes“. Aha, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Das ist zwar nichts neues, aber es wird ausführlich in seinen Konsequenzen beleuchtet.
Einzelheiten des Themas „Feedback“ werden ausführlich erläutert, schwierige Sachverhalte an einfachen Problemen des Alltags illustriert. Unglaublich, wie Beetz dieses komplexe Thema mit allen seinen Fachbegriffen (siehe Tag Cloud auf der Titelseite!) in einfachen und manchmal erheiternden Geschichten darstellt! Oder mit verblüffenden Fragen wie: „Papi, ab wie vielen Körnern ist ein Sandhaufen ein Haufen?“
So ergibt sich ein abwechslungsreich zu lesendes Buch, das auch gleich noch mit vielen Fehl- und Vorurteilen des Lebens aufräumt. Dazu gehören viele „entweder/oder-Fragen“, z. B. bestimmt das Sein das Bewusstsein oder das Bewusstsein das Sein? Beides kann nicht sein, glauben viele. Falsch! Beetz zeigt (wie in vielen anderen Fällen) dass beides in einem Feedback-Verhältnis zueinander steht. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Diese Regelkreise ziehen sich durch unser gesamtes Leben in allen seinen Bereichen. Ein interessanter Ansatz!
Doch das Buch ist weit mehr als nur die Erklärung eines universellen Prinzips und die Illustration mit netten Geschichten. Es ist ein #Aufschrei gegen die Missachtung der vielen Rückkopplungsschleifen in der Natur und die daraus resultierende Zerstörung unserer Welt, sei es durch Kriege oder den zügellosen Verbrauch von Ressourcen, sie es durch Umweltzerstörung und alle anderen Selbstvernichtungsanstrengungen der Menschen. Auch die Teufelskreise in Politik und Wirtschaft, die selbstverstärkende Unmoral der Finanzwirtschaft und die Ungleichheit in der Welt werden angeprangert. Auch die Geschichten über Rückkopplungseffekte bei Vorurteilen und Fremdenhaß zeigen eine klare moralische Botschaft. Beetz meint, der Grund sei die undurchschaubare Vernetzung der komplexen rückgekoppelten Systeme in der Welt. Insofern ist es ein Aufklärungsbuch, das uns diese Querverbindungen sehen lässt und zur Achtsamkeit im Umgang mit diesen Feedback-Prozessen gemahnt. Aber eine Erklärung ist keine Entschuldigung, denn Beetz bezieht Stellung gegen die Dummheit und Ignoranz der (genauer: vieler) Menschen, gegen ihre Ausbeutung und Ausspähung. Er scheut sich nicht, Warren Buffet zu zitieren mit seiner Einordnung der modernen Finanzprodukte als „Massenvernichtungswaffen“. Denn er ist auch politisch aktuell und bezieht eine humanistische Position. Ein selten informatives _und_ moralisches Buch! Voller überraschender, origineller und humorvoller Ideen („Spiele der Erwachsenen“, Sand als bedrohte Ressource, emotionaler Dekubitus, Kommunikationseisberg, hawaianisches Vulkanveilchen, Schneehase und Birkenspinner, die 2 „Ichs“ in uns und --- offensichtlich sein Lieblingsspruch --- „mehr ist anders“ usw.)
Er analysiert auch platzende Spekulationsblasen wie durch den gerade fallenden Ölpreis. Nie war ein Buch aktueller in seiner Erklärung der zu Grunde liegenden Prinzipien. Er liebt die selbstbezüglichen und dadurch oft paradoxen Sätze, und daher kann ich die Aussage seines Buches in einem solchen Satz zusammenfassen: die Intelligenz des Menschen brachte so komplexe Systeme hervor, dass sie diese nicht mehr durchschauen und beherrschen kann.
Aktuell schreibt die Presse über die Flüchtlingskrise, dass sich Europa in einer destruktiven Spirale befindet. Die Politiker sollten Beetz’ Buch lesen, dann würden sie hier Regelkreise ohne Ende entdecken! Denn gerade im gesellschaftlichen und politischen Bereich finden wir ja unzählige Beispiele des von Beetz angeprangerten monokausalen Denkens, das vernetzte und rückgekoppelte Systeme nicht beachtet.
Formalitäten: aussagekräftige, aber grafisch unoriginelle (bis auf eine) Abbildungen, umfangreiche und mit Quellen belegte Zitate.
Struktur: übersichtliche Kapiteleinteilung mit einführenden Überschriften, aussagekräftigen Unterkapiteln und Zwischenüberschriften, die die Lesbarkeit erhöhen. Umfangreiches Literatur- und Stichwortverzeichnis. Gut auch: für Schnelleser eine Zusammenfassung am Kapitelende.
Cover: Schöne Idee mit der Tag Cloud, die aber grafisch ansprechender hätte aufbereitet werden können und mit mehr Keywords. Auch innen ist das Corporate Design des Verlages uninspiriert (vergleicht man US-amerikanische Bücher). Aber dafür kann Beetz ja nichts.
Daher Bottom line: Absolut lesenswert, 5 Sterne.
PS: leider gibt es (noch?) keinen „Blick ins Buch“ für den Hardcaver

Mittwoch, 3. Februar 2016

Interview beim Humanistischen Pressedienst zu "Feedback"

Der Humanistische Pressedienst hat am 15. Januar 2016 ein Interview mit mir veröffentlicht:


Der vollständige Text lautet:

BERLIN. (hpd) “Feedback” heißt das neue Buch von Jürgen Beetz. Darin erklärt er, wie Rückkopplung unser Leben bestimmt und Natur, Technik, Gesellschaft und Wirtschaft beherrscht. Was das genau bedeutet, ob damit die Weltformel gefunden ist und welche weltanschaulichen Konsequenzen diese Perspektive mit sich bringt, darüber sprach hpd mit dem Autor.

hpd: Der Titel ihres neuen Buches heißt “Feedback”. Was bedeutet das?
Jürgen Beetz: Unter vielem anderen das, was wir gerade tun. Soziale Interaktion. Aktion und Reaktion, Ursache und Wirkung. Und wie Ihre Reaktion zur Ursache meiner nächsten Aktion wird – das ist Rückkopplung. Zum Beispiel führen wir hier ein sachliches und informatives Gespräch und keine hitzige Diskussion über kontroverse Standpunkte.

Wie wäre die denn verlaufen?
Sie hätte eskalieren können und schließlich wäre vielleicht einer sauer gewesen. Das ist die “positive Rückkopplung”, der “Teufelskreis”. Oder einer von uns beiden hätte wieder zu besänftigenden Maßnahmen greifen können, der Deeskalation, der “negativen Rückkopplung”. Diese dämpft das Verhalten von Regelkreisen – um solche handelt es sich nämlich.

Sie übertragen dieses technische Prinzip dann auf alle Bereiche des Lebens?
Ja, denn das Prinzip der Rückkopplung ist überall anzutreffen, wo eine Wirkung auf ihre Ursache zurückwirkt. Und daraus besteht das Leben, wie man am besten an der Evolution sieht. Und die gibt es nicht nur auf dem biologischen Gebiet, sondern auch im physikalischen, im sozialen und im kulturellen.

Deswegen heißt Ihr letztes Kapitel “Rückkopplung hat alles erschaffen”?
Ja, das ist das interessante Gebiet der Selbstorganisation, der Entstehung von etwas aus nichts – der Emergenz, der “Autopoiese”, wenn Sie griechische Fremdwörter mögen.

Selbstorganisation bedeutet dann auch, dass es keinen Schöpfer gibt?
Nein, wenn man einer naturalistischen Weltsicht anhängt, dann gibt es keinen. Die Gesetze der Selbstorganisation erlauben eine Entstehung „von selbst“ aus einem fast zufälligen Keim. Die Evolution ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wenn auch noch nicht alle Prozesse lückenlos und exakt geklärt sind.

Das Wort “Feedback” hat ja auch noch eine zweite Bedeutung
Im Management-Deutsch wird es oft als reine verbale Rückmeldung verstanden, als Antwort auf eine Aussage.

Was ist der Unterschied zu einem solchen einfachen Schema von Reiz und Reaktion wie in der Verhaltensforschung oder einem Sender-Empfänger-Modell in Shannons klassischer Kommunikationstheorie?
Eben die Rückkopplung – dass die Wirkung die Ursache beeinflusst, der Empfänger zum Sender wird und dadurch ein geschlossener Kreislauf entsteht. Und dessen dynamisches Verhalten ist von Systemparametern abhängig, zum Beispiel der zeitlichen Verzögerung von Signalen im System. Und nicht nur von der Struktur des Systems. So kann auch ein negativ rückgekoppeltes System instabil werden und chaotisches Verhalten zeigen, wenn diese Verzögerung – sinnigerweise "Totzeit" genannt – groß genug ist.

Ursache und Wirkung sind also auch nicht mehr das, was sie einmal waren?
Ja, wenn wir die lineare Kausalkette verlassen und die Wirkung wieder die Ursache beeinflusst. Dann haben wir sofort ein komplexes Wirkungsgefüge.

Und diese grundlegenden Erscheinungen finden Sie überall in unbelebten und belebten Systemen, in Politik, Geschichte, Gesellschaft, Technik, Biologie?! Haben Sie etwa die Weltformel gefunden, die TOE?
Die theory of everything, ja, das könnte man sagen, klänge es nicht zu unbescheiden. Rückkopplung ist das Prinzip der Evolution, der Selbstorganisation – und damit der Entstehung von allem.

Ein Lieblingsthema scheinen ja Paradoxien und die von Ihnen so genannten "zyklischen Sprüche" zu sein – Behauptungen, bei denen auch das Gegenteil wahr ist. Das Sein bestimmt das Bewusstsein, aber das Bewusstsein bestimmt auch das Sein.
Ja, das dampfe ich zu einem zyklischen Satz zusammen: Das Sein bestimmt das Bewusstsein bestimmt das Sein. Und davon gibt es viele:
Das Ei erzeugt das Huhn erzeugt das Ei.
Kontrolle ist besser als Vertrauen ist besser als Kontrolle.
Angst macht krank macht Angst.
Die Wirklichkeit formt das Modell formt die Wirklichkeit.
Das Ereignis erzeugt die Nachricht erzeugt das Ereignis.
Die Wirtschaft lahmt, weil das Vertrauen fehlt, weil die Wirtschaft lahmt.
Das Leben ändert die Umwelt ändert das Leben.
Die Erwartung bestimmt das Geschehen bestimmt die Erwartung.
Die Ideen verändern die Menschen verändern die Ideen.

Genug, genug! Das scheint ja wirklich Ihr Hobby zu sein!
Und letztlich der Kern des Feedback-Prinzips: Die Ursache bewirkt die Wirkung bewirkt die Ursache.

Positive und negative Rückkopplung, Kausalität, Evolution, Autopoiese – das sind sehr komplizierte und schwierige Themen. Kommt der normale Leser da denn mit?
Dazu kann ich Ihnen eine Anekdote erzählen: Ich habe mich vor langer Zeit einmal bei einer Fachhochschule auf eine Dozentenstelle beworben und wurde zum Probevortrag eingeladen. Ich wollte aus meinem Fachgebiet berichten – professionelle Anwendungsentwicklung. Zuhörer waren Professoren, Dozenten, Studenten und ein älterer Herr in einem grauen Kittel. Ich sprach über Vorgehensmodelle, Prozess- und Datenmodellierung, Projektmanagement, Qualitätssicherung – die ganze Palette von Fachausdrücken. Nach dem Vortrag kam der Dekan gleich zur Sache: „Lieber Herr Beetz, das genügt leider nicht unseren akademischen Ansprüchen. Selbst unser Laborleiter hat es ja verstanden!“ Aus diesem Vorfall habe ich leider nichts gelernt, denn ich habe auch in diesem Buch versucht, mich verständlich und klar auszudrücken. Zudem habe ich mich bemüht, anstelle zu vieler trockener Erklärungen lieber illustrative Geschichten aus dem täglichen Leben zu bringen. Und am Ende jedes Kapitels kommt eine kurze Wiederholung und Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen.

Sie erläutern das Prinzip des Regelkreises, also der Kybernetik, mit einer Geschichte aus der Seefahrt…
… aus dem altgriechischen kybernétes‚ “Steuermann” abgeleitet …

… und der Schuldenkrise mit einer Story aus dem Knicker- und Prasserland.
Ja, Geschichten sind eben viel anschaulicher als theoretische Erläuterungen. 

Geschichten … ja, die sind oft merkwürdig. Sie erzählen von Sand auf Seite 113 und Ameisen auf Seite 155, von krimineller Umschuldung auf Seite 264 und Steuerhinterziehung auf Seite 280, von Subventionsbetrug mit Tomaten auf Seite 278, von virtueller aber trotzdem verpfuschter Entwicklungshilfe auf Seite 332 … Ich kann sie gar nicht alle erwähnen. Was wollen Sie dem Leser damit sagen?
Alles Beispiele für das nicht oder nur schwer vorhersagbare Verhalten von komplexen vernetzten dynamischen rückgekoppelten Systemen …
 
Das waren jetzt einige unklare Adjektive. Können Sie erklären, was darunter zu verstehen ist?
Ein System ist eine Anhäufung mehrerer Komponenten. Im einfachsten Fall nur von zwei, in der Regel aber von mehreren. Sie stehen miteinander in Beziehung, tauschen Informationen aus. “Dynamisch” heißt, dass sie nicht statisch sind – haha, ein Kalauer! – dass ihr Verhalten sich zeitlich ändert. “Rückgekoppelt” bedeutet – wie schon eingangs gesagt –, dass nicht nur eine Ursache eine Wirkung erzeugt, sondern auch die Wirkung auf die Ursache zurückwirkt. "Komplex" und "vernetzt" werden sie dadurch, dass es eben meist viele Komponenten sind, die sich in fast unentwirrbarer Weise gegenseitig beeinflussen. Ob Sie ein gesellschaftliches System betrachten – sagen wir: eine Partei – oder ein Ökosystem: Überall finden Sie dieselben Erscheinungen.

Sie beschreiben viele typische Verhaltensweisen von solchen Systemen, z. B. zum Beispiel von biologischen.
Ja, sie sind technischer, also systemischer Natur. In vielen Fällen zeigt sich etwas, was man analog zur Homöopathie, wo wir von “Erstverschlimmerung” reden, “Erstverbesserung” nennen könnte: Vor dem Zusammenbruch zeigt sich erst einmal ein positiver Effekt, und alle Vertreter der linearen Kausalität sagen: “Siehste, hat doch gewirkt!” Etwa bei der Verbesserung der Erträge der Landwirtschaft durch Genmanipulation, Kunstdünger und Pestizide. Zehn Jahre später ist das System ruiniert.

Eines ihrer Hauptthemen ist die Evolution …
… die ein Paradebeispiel für Rückkopplung ist. Es ist ja keineswegs so, dass eine statische Umwelt das Überleben der Art bestimmt. Die Arten beeinflussen auch die Umwelt, und so schließt sich der Rückkopplungskreis. Wir Menschen und unser Einfluss auf das Klima sind das beste Beispiel.

Haben Sie neben den gefährlichen Aufschaukelprozessen in der Finanzwelt noch weitere Beispiele für die berüchtigten “Teufelsspiralen”?
Die Wachstumsideologie hat alle Kulturen seit den Sumerern vernichtet, weil sie immer in einen Teufelskreis führte, die positive Rückkopplung. Sie wuchsen so lange, bis sie genau die Ressourcen aufgebraucht oder überstrapaziert hatten, die ihr Wachstum überhaupt erst ermöglichten. Beim Römischen Reich war es die schiere Größe, die schließlich ihre Transportwege und ihre Verwaltungsstrukturen überforderte.
Insgesamt klingen Ihre Schlussfolgerungen nicht sehr optimistisch.
Das ist untertrieben. Schaut man sich die kläglichen Lösungsversuche der zwanzig führenden europäischen Nationen in der “Griechenland-Krise” an, dann weiß man, was auf die Menschheit bei einem wirklich dicken globalen Problem – Klima, Finanzsystem, Atomwaffen – zukommt. Die Menschheit gleicht einem Tiefschnee-Skifahrer, der gerade in einen Lawinenhang eingefahren ist. Alle drei Gebiete sind durchzogen von gewaltigen Zeitbomben – positiven Rückkopplungsschleifen, deren Wirken innerhalb kurzer Zeit zu einem Kippen oder sogar Kollaps des gesamten Systems führen kann.

Geben Sie der Menschheit eine Chance?
Na klar! Paläontologen sind sich heute einig, dass die gesamte heutige Menschheit von über sieben Milliarden aus einer kleinen Gruppe von ein paar tausend Urmenschen hervorgegangen ist, die zufällig nicht ausgestorben sind. So viele werden sicher übrig bleiben. In nur hunderttausend Jahren könnten wir dann wieder so weit sein wie heute. Wir sind ja unverwüstlich, anders als die Dinosaurier.

Am Ende fassen Sie noch einmal etwa dreißig Kernsätze in einer Texttafel zusammen.
Ja, am liebsten würde ich sie als Poster dem Buch beilegen, damit man sie sich über das Bett hängen kann. Es sind – in aller Bescheidenheit – ewige Weisheiten wie “Ein System hat andere Eigenschaften als die Summe seiner Komponenten”, “Negative Rückkopplung wirkt dämpfend, positive Rückkopplung wirkt aufschaukelnd” oder – kurz aber knackig – “Mehr ist anders”.

Wie “Mehr ist anders”? Was soll das heißen?
Es ist die kürzeste Definition von “Emergenz” – aus Quantität wird Qualität. Ob Ihnen ein Sandkorn auf den Kopf fällt oder ein Felsbrocken. Mehr ist anders.

Sie haben auch eine starke Meinung zum Ziel der Evolution.
Ja. Und eine einfache dazu: Es gibt kein Ziel. Die Evolution hat eine zwar Richtung zu mehr Komplexität und zu höheren Entwicklungsstufen (was auch immer das ist), aber kein Ziel. Wer sollte es gesetzt haben? Nur unsere anthropomorphe Beschreibung suggeriert das. Weil wir Dinge mit Sinn und Zweck tun. Die Evolution kennt kein “um zu”. Was in der Umwelt besteht, setzt sich durch – und verändert die Umwelt. Ein Rückkopplungskreis.

Sie schreiben auch über das menschliche Bewusstsein, das bewusste und das unbewusste. Was hat das mit Ihrem Thema zu tun?
Das ist offensichtlich: Der Mensch kann sich seines Bewusstseins bewusst sein – nicht nur ein schönes Wortspiel, sondern eine perfekte Rückkopplungsspirale. Der Physikstar Michio Kaku definiert sogar die Höhe des Bewusstseins – von den Reptilien über die Säugetiere bis zu uns Menschen – durch die Zahl der Rückkopplungsschleifen im Nervensystem.

Das Thema “Selbstorganisation” – nach ihrer Meinung ist es ebenfalls ein Rückkopplungsprozess…
Für den Prozess der Selbstentstehung haben wir keine Vorstellung, weil wir keine Anschauung haben. Er verläuft in für unser menschliches Leben zu großen Zeiträumen. Wir können uns – das alte Henne-Ei-Problem – nicht vorstellen, wie das Bein und die Fähigkeit zu laufen gleichzeitig entstanden sind, sich gewissermaßen gegenseitig “hochgeschaukelt” haben. Unsere geistige Ausstattung reicht dafür nicht. Das menschliche Gehirn ist kein Erkenntnisorgan, sondern ein Überlebensorgan.

Sind wir also zu doof, die Welt zu begreifen?
Sagen wir es so: Unser vorbewusster und bewusster Apparat zur Abbildung der Welt, nämlich unser Gehirn, entstand und wurde geschult in Zeiten, als die Welt noch einfach war und wir in sie integriert. Inzwischen haben wir selbst eine so komplexe Welt geschaffen (auch ein schönes Beispiel für Rückkopplung), dass wir ihre Wirkungsnetze nicht mehr durchschauen und schon gar nicht beherrschen. Ein Wissenschaftler hat es so formuliert: “Wir besitzen aber untrügliche Daten darüber, dass wir an komplexe Phänomene stets mit zu einfachen Modellerwartungen herangehen, dass wir dazu neigen Ursachenzusammenhänge gedanklich beliebig zu vereinfachen und im Filz der wechselseitigen Abhängigkeiten nach einer Haupt- oder Erstursache zu suchen.” Eine platte Antwort auf Ihre Frage wäre also: ja. 

Eine Frage zum Schluss: Sind Sie Pessimist?
Nein. Yann Arthus-Bertrand sagte in seinem Film “Home”: “Es ist zu spät, Pessimist zu sein.”

Aber erleben wir Ihrer Meinung nach vielleicht gerade die letzten Tage der Menschheit? Sie glauben an ein Ende unserer Zivilisation? Aber wir treffen doch Gegenmaßnahmen. Denn wir sitzen ja alle im selben Boot!
Ja. Aber auf verschiedenen Plätzen.
 
Herr Beetz, wir danken Ihnen für das Gespräch.
 
Die Fragen stellte Martin Bauer für den hpd.


Jürgen Beetz, Feedback. Wie Rückkopplung unser Leben bestimmt und Natur, Technik, Gesellschaft und Wirtschaft bestimmt. Springer, 2016. 378 Seiten, kartoniert, Euro 19,99, ISBN 978–3–662–47089–3